Algen

 

🦠 Algenarten im Aquarium – Übersicht & Bekämpfung

 

 

 

🌱 1. Grünalgen (allgemein)

 

 

Merkmale: Grüne, schleimige Beläge auf Scheiben, Pflanzen und Dekoration.

Bekämpfung: Nährstoffe senken, mehr Pflanzen einsetzen, Beleuchtungsdauer reduzieren, regelmäßige Wasserwechsel.

❌ Nicht empfehlenswert: Kupferpräparate, Algizide.

 

 

🧡 2. Fadenalgen

 

 

Merkmale: Lange grüne Fäden, oft watteartig.

Bekämpfung: Nährstoffungleichgewicht beheben, manuell entfernen, COβ‚‚-Zufuhr stabilisieren.

❌ Nicht empfehlenswert: Kupfersulfat, Glutaraldehyd.

 

 

πŸ”˜ 3. Punktalgen

 

 

Merkmale: Harte, grüne Punkte auf Aquarienscheiben.

Bekämpfung: COβ‚‚ erhöhen, Beleuchtung reduzieren, Scheiben regelmäßig reinigen.

❌ Nicht empfehlenswert: Algizide.

 

 

🌫️ 4. Staubalgen

 

 

Merkmale: Feine, grüne, pudrige Schicht auf Glasflächen.

Bekämpfung: Beleuchtung reduzieren, regelmäßige Wasserwechsel.

❌ Nicht empfehlenswert: Algizide.

 

 

πŸ–€ 5. Bartalgen (Black Beard Algae, BBA)

 

 

Merkmale: Schwarze bis dunkelgrüne, buschige Beläge.

Bekämpfung: COβ‚‚-Werte stabilisieren, Nährstoffe reduzieren, bei starkem Befall punktuell Wasserstoffperoxid anwenden.

❌ Nicht empfehlenswert: Glutaraldehyd, Kupfer.

 

 

🌾 6. Pinselalgen

 

 

Merkmale: Graue bis dunkle, federartige Büschel.

Bekämpfung: COβ‚‚ erhöhen, Strömung im Aquarium optimieren.

❌ Nicht empfehlenswert: Algizide.

 

 

🟀 7. Kieselalgen (Diatomeen)

 

 

Merkmale: Brauner Belag, häufig in neu eingerichteten Aquarien.

Bekämpfung: Abwarten (meist selbstlimitierend), Silikatgehalt senken, Beleuchtung erhöhen.

❌ Nicht empfehlenswert: Herbizide.

 

 

πŸ”΅ 8. Cyanobakterien (Blaualgen)

 

 

Merkmale: Glänzende, schmierige und oft übel riechende Beläge.

Bekämpfung: Dunkelkur 3–4 Tage, Nährstoffprobleme beheben, Bakterienpräparate einsetzen.

❌ Nicht empfehlenswert: Antibiotika (z. B. Erythromycin).

 

 

πŸ”΄ 9. Rotalgen (allgemein)

 

 

Merkmale: Rote bis schwarze, sehr hartnäckige Algen.

Bekämpfung: COβ‚‚ optimieren, Nährstoffe ausbalancieren.

❌ Nicht empfehlenswert: Chemische Algizide.

 

 

🌊 10. Kahmhaut (keine Alge)

 

 

Merkmale: Weißlicher, schmieriger Film auf der Wasseroberfläche.

Bekämpfung: Oberflächenströmung erhöhen, Filter reinigen, Oberflächenabsauger verwenden.

❌ Nicht empfehlenswert: Jegliche Chemie.

 

 

πŸ§ͺ 11. Schmieralgen

 

 

Merkmale: Grün-schleimig, sehr schnell wachsend.

Bekämpfung: Beleuchtung reduzieren, Nährstoffzufuhr senken.

❌ Nicht empfehlenswert: Chemische Algizide.

 

 

πŸƒ 12. Pinselalgen an Pflanzenblättern

 

 

Merkmale: Schwarze Büschel an Blattkanten.

Bekämpfung: COβ‚‚ erhöhen, stark befallene Blätter entfernen.

❌ Nicht empfehlenswert: Glutaraldehyd.

 

 

πŸ’§ 13. Wasserblüte (grünes Wasser)

 

 

Merkmale: Trübes, grün gefärbtes Wasser.

Bekämpfung: UV-Klärer einsetzen, Beleuchtung reduzieren, Nährstoffe kontrollieren.

❌ Nicht empfehlenswert: Algizide.


WICHTIGE Infos 

Gefahren – Wann werden Algen zum Problem

 

 

  • Besonders problematisch sind meist Cyanobakterien („Blaualgen“). Bei Überpopulation (Algen-/Cyanobakterienblüte) können sie Giftstoffe (Cyanotoxine) produzieren, die für Wasserqualität, Tiere (z. B. Fische, Hunde), Pflanzen und Menschen schädlich sind.  
  • Selbst harmlos erscheinende Grünalgen oder Diatomeen können bei Überwucherung Sauerstoff-Mangel im Wasser, Trübung und Ungleichgewicht im Ökosystem verursachen. Schwebalgen (u.a. Phytoplankton) sind zwar oft nützlich, bei Übermaß aber eher hinderlich.  
  • Algenblüten führen oft zu optischen und Geruchsproblemen, können Wasser trüben oder verunreinigen und somit Freizeit- oder Nutzungswert des Gewässers beeinträchtigen.  

 

 

 

 

 

πŸ› οΈ Was kann man tun — Maßnahmen gegen übermäßige Algen

 

 

Es gibt verschiedene Strategien, um ein Überwuchern bzw. Blüten zu vermeiden oder zu bekämpfen — von vorbeugenden bis zu akuten Maßnahmen:

 

     

    • Nährstoffeintrag reduzieren: Der wichtigste Schritt ist es, den Eintrag von Phosphor, Stickstoff und anderen Düngestoffen ins Gewässer zu minimieren — z. B. durch Vermeidung von Dünger- und Dünger-Abfluss, bessere Landwirtschaft, abflussarme Ufergestaltung etc. Das verringert die Grundursache der Algenblüte.  
    • Physikalische Maßnahmen: Dazu zählen Belüftung/Aeration, künstliches Umwälzen bzw. Durchmischen des Wassers, Einbau von Barrieren, Nutzung von Schatten oder Abdeckung, um Licht und ruhige, warme Gewässerbereiche zu vermeiden. Dadurch wird Wachstum ungünstig für viele Algen.  
    • Biologische Kontrolle: Einsatz von Organismen, die Algen fressen oder Konkurrenz ausüben — z. B. bestimmte Wasserpflanzen, Tiere oder Mikroorganismen — kann helfen, Algen im Zaum zu halten.  
    • Chemische Behandlung (mit großer Vorsicht!): In manchen Fällen werden Algenvernichter (Algaecide) eingesetzt, darunter Metalle, Wasserstoffperoxid u.a. Diese wirken schnell — aber gefährlich für das gesamte Ökosystem und können Toxine freisetzen. Deshalb sollte solche Behandlung nicht leichtfertig empfohlen werden.  

     

     

     Warum Gift / Algaecide problematisch sind – Warnung

     

     

    Manche Mittel, die gegen Algen eingesetzt werden können — etwa Kupfersulfat, Wasserstoffperoxid, andere chemische Algaecide oder Herbizide — wirken zwar schnell, aber:

     

    • Sie töten nicht nur die problematischen Algen ab — sie schädigen oft andere Wasserorganismen (Fische, Pflanzen, Mikroorganismen).  
    • Beim Absterben der Algen werden in vielen Fällen Toxine freigesetzt, vor allem bei Cyanobakterien — das kann das Wasser kurzfristig noch gefährlicher machen.  
    • Chemische Behandlung ändert nichts an der zugrunde liegenden Ursache (zuviel Nährstoffe, ruhiges, warmes Wasser, schlechte Durchmischung). Daher taugt es nur als kurzfristige Lösung — langfristig bleibt der Nährstoffeintrag das entscheidende Problem.  

     

     

    Deshalb: Wenn chemische Mittel verwendet werden — nur mit äußerster Vorsicht und ganz bewusst, nur als letztes Mittel und — wenn möglich — unter professioneller Anleitung.

     

     

     

    Empfehlung: Nachhaltiger, vorsichtiger Umgang

     

     

    • Den besten Erfolg erzielt man meist durch präventive Maßnahmen: Nährstoffeintrag verringern, Wasserqualität überwachen, durch Belüftung oder Durchmischung biologische Stabilität fördern.
    • Bei Grünalgen oder harmlosen Gruppen: Gleichgewicht wahren — vollständige Vernichtung ist meist unnötig.
    • Bei toxischen Cyanobakterien: Häufige Überwachung, Warnung bei Blüten, bei Bedarf Wasser meiden; chemische Mittel nur sehr zurückhaltend und mit großer Vorsicht einsetzen.
    • Ökologisch nachhaltige Lösung: Förderung eines gesunden, artenreichen Wassersystems mit Wasserpflanzen, natürlichen Filtern, guter Wasserzirkulation und wenig Nährstoffeintrag.